
Am Lehmanger in der Weststadt: Altes Gärtnereigelände wird neues Wohnquartier
Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Zobel am Lehmanger in der Weststadt soll in den kommenden Jahren ein neues Quartier entstehen. Bevor konkrete Bauarbeiten beginnen können, sind noch weitere Verfahrensschritte nötig. Sichtbar wird der Wandel dennoch schon bald: Mitte November beginnt der Abriss alter Bauten auf dem Gelände, die nicht mehr verkehrssicher sind.
Die Gärtnerei stellte ihren Betrieb vor einigen Jahren ein. Seither hat sich die Natur das Gelände zurückgeholt, auch Vandalismus blieb nicht aus. Die Stadt erwarb die Gebäude auf dem an sie zurückgefallenen Erbbaurechtsgrundstück, um die weitere Entwicklung steuern zu können, und fragte Bedarfe ab. Auch Anregungen aus der Nachbarschaft flossen ein.
Im Sommer dieses Jahres entwickelten dann vier Büros im Auftrag der Stadt erste Ideenskizzen für die städtebauliche Entwicklung. Weiterverfolgt wird der Entwurf der Architekten forty five degrees. Dieser überzeugte durch seinen sensiblen Umgang mit der Umgebung und der Natur sowohl die Verwaltung als auch die Besucherinnen und Besucher einer Veranstaltung zur Bürgerbeteiligung im August.
Der Vorschlag sieht eine vielfältige und gemeinschaftlich orientierten Entwicklung des Areals vor. Eines der zentralen Elemente ist ein „Anger“ genannter Platz, der als Treffpunkt dient und die unterschiedlichen Nutzungen und Freiräume miteinander verbindet.
Die Baukörper sind in dem Entwurf experimentell und differenziert angeordnet, entlang der Straße entsteht eine klare Raumkante, während sich das weitgehend autofrei konzipierte Quartiersinnere offen und vielfältig gestaltet. Der ruhende Verkehr soll in einer gut erreichbaren Quartiersgarage im Nordosten gebündelt werden. Maßnahmen zur Entsiegelung, Versickerung und Regenwasserrückhaltung sowie eine Feuchtbiotop- und Retentionsfläche im Südwesten unterstützen die klimaangepasste Entwicklung des Quartiers.
Die Ideenskizze versucht, bestehende Strukturen beizubehalten und weiterzuentwickeln. Derzeit wird die optional vorgesehene Bewahrung einzelner Gebäude oder Teile davon geprüft. In einigen Fällen ist allerdings schon klar, dass sie nicht erhalten werden können: Alte Gewächshäuser und Bestandsgebäude, die aufgrund ihres Zustandes eine Gefahr darstellen, werden abgerissen.
Die überarbeitete Ideenskizze, in die weitere Anregungen einfließen, wird die Grundlage für die anschließende Konzeptvergabe bilden. Dann werden die Grundstücksteile nicht automatisch an das höchste Preisgebot vergeben. Entscheidend ist, welches Konzept die städtebaulichen Ziele für den Ort am besten umsetzt. Dabei spielen neben der baulichen Qualität auch soziale und ökologische Kriterien eine Rolle. Baurechtlich ist der Weg bereits geebnet: Der Bebauungsplan für die Gärtnerei wurde aufgehoben, sodass Wohnbebauung möglich ist.
Weitere Einzelheiten unter www.braunschweig.de/donauviertel.de und in Mitteilung 26-29605 unter www.braunschweig.de/ratsinfo.
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